Die Philosophie des SAI

Seit 1995

STEFAN KLOTZ

Der Mensch ist frei

und kann trotz aller Bedingtheit sein Leben und damit sich selbst gestalten. Als geistiges Wesen strebt er zutiefst danach, sein Leben in einem Sinnzusammenhang zu verstehen (Viktor E. Frankl).

Das Sapere Aude Institut erschließt in der Verbindung von Philosophie, Psychologie und Theologie die Grundlagen abendländischen Denkens zu individueller Selbstgestaltung und Sinnfindung im Geiste der römischen humanitas: harmonische und ästhetische Entfaltung der den Menschen auszeichnenden Gaben der Vernunft und des Gemütes (Cicero).

Dazu bietet das Sapere Aude Institut Intensivseminare an.

Viktor E. Frankl

 

Geb. 26. März 1905, Wien / gest. 2. September 1997, Wien

Akademische Titel: Dr.med.(1930), Dr.phil.(1949), Dr.h.c.mult.

Familie: in 2. Ehe verheiratet (1947) mit Eleonore, geb. Schwindt; Tochter Gabriele; 2 Enkelkinder, Katharina und Alexander

Viktor Emil Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, hatte aber auch Professuren in Amerika inne, und zwar an der Harvard University sowie an Universitäten in Dallas und Pittsburgh. Die U. S. International University in Kalifornien errichtete eigens für ihn eine Professur für Logotherapie – das ist die von Frankl geschaffene Psychotherapierichtung, auch die „Dritte Wiener Richtung“ genannt (nach der Psychoanalyse von Sigmund Freud und der Individualpsychologie von Alfred Adler). Von Universitäten in aller Welt wurden ihm 29 Ehrendoktorate verliehen.

Die Amerikanische Psychiatergesellschaft verlieh Frankl als erstem nicht-amerikanischen Psychiater den Oskar Pfister-Preis – benannt nach einem Schüler von Sigmund Freud -, und die Österreichische Akademie der Wissenschaften wählte ihn zu ihrem Ehrenmitglied.

Seine 32 Bücher sind in 26 Sprachen erschienen, einschließlich japanisch, chinesisch, koreanisch und russisch. Von einem einzigen unter diesen Büchern („Man’s Search for Meaning“) sind weit über neun Millionen Exemplare erschienen. Laut Library of Congress (Washington) ist es „one of the ten most influential books in America“. Deutsch ist das Buch erhältlich unter dem Titel „… trotzdem Ja zum Leben sagen (Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager)“. Darüber hinaus sei von seinen deutsch erschienenen Büchern erwähnt „Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn (Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk)“. Die letzten beiden Bücher, deren Veröffentlichung er noch erlebte, sind „Was nicht in meinen Büchern steht“ (engl. „Viktor Frankl – Recollections“) und „Man’s Search for Ultimate Meaning“.

Von anderen Autoren sind über Frankls Logotherapie in 15 Sprachen 151 Bücher erschienen, darüber hinaus 1424 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, eine Habilitationsschrift und 153 Dissertationen, in deren Titeln der Name Frankl und/oder die Bezeichnung Logotherapie bzw. Existenzanalyse vorkommen.

Die American Medical Society, die American Psychiatric Association und die American Psychological Association haben die Franklsche Logotherapie als eine wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Schule anerkannt.

Frankl wurde zu Vorträgen an 209 Universitäten in allen 5 Erdteilen eingeladen.

1940 bis 1942 war Frankl Leiter der Neurologischen Station des Rothschild-Spitals und 1946 bis 1970 Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik.

Frankl war Inhaber des Solo Flight Certificate und des Bergführer-Abzeichens des Alpenvereins Donauland. Drei schwierige Klettersteige (Rax und Peilstein) wurden nach ihm benannt.

1995 wurde Frankl zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt.

Der Lebenslauf Viktor E. Frankls wurde freundlicherweise vom Viktor- Frankl-Institut zur Verfügung gestellt.

Wer wir sind

Stefan Klotz

Stefan Klotz

Seminarleiter

Geb. 1957 in München, verheiratet, drei Kinder, drei Enkel.

Studium der Theologie, Philosophie und Klasischen Philologie. Lektor, Publizist und Übersetzer lateinischer Texte aus dem Mittelalter.

Seit 1985 am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien als Lehrer für Katholische Religionslehre und Latein, Kurse in Philosophie und Psychologie. Erfinder und Direktor des Circus St. Ottilien, Schulseelsorger.

Ausbildung am Süddeutschen Institut für Logotherapie in Fürstenfeldbruck. Psychologische Beratung in München und St. Ottilien, Ehe- und Familienberatung.

Gründer und Leiter des Sapere Aude Instituts (www.sai.de). Fortbildungsveranstaltungen, Rundfunksendungen, Vorträge und Seminare.

2000 bis 2005 Vorstand der Adam-Schall-Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Zusammenarbeit in München.

Jonathan Baumeister

Jonathan Baumeister

Seminarreferent

Geb. 2000 in Fürstenfeldbruck.

Abitur am humanistischen Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien. Sprachkenntnisse: Latein, Englisch, Altgriechisch, Chinesisch (Studienaufenthalt in Qingdao).

Seit der Grundschule Engagement in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Schöngeising.

In St. Ottilien: Theater, Musical, Schülerbasorchester (u.a. Teilnahme an der Steubenparade in New York 2014 und 2018) Mitarbeit beim Circus St.Ottilien.

Mitglied der BRK-Wasserwacht (OG Fürstenfeldbruck), erfolgreicher Abschluss der Fachausbildung Sanitätsdienst

Sportliche Aktivitäten: Bogenschießen, Triathlon

Studium der Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Patrick Genitheim

Patrick Genitheim

Freier Mitarbeiter

Geb. 1999 in Augsburg

Abitur 2017 am humanistischen Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien. Sprachkenntnisse: Latein, Englisch, Französisch (Studienaufenthalt in Straßburg). 

In St. Ottilien: mehrere Theater technisch betreut, Mitglied und Leitung SMV-Technik und Chor. 2 mal aktive Mitarbeit beim Circus St. Ottilien. 

Seit 2016 regelmäßig aktiv als Jugendleiter beim Jugendamt Landsberg, Rettungsschwimmer und Volleyballschiedsrichter.

Duales Studium Elektrotechnik ab 2017 inkl. Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Von Ende 2016 bis Ende 2017 angestellt als Veranstaltungstechniker. Ab Ende 2017 Selbstständig im Bereich Digital Design/Film/Veranstaltungstechnik.

Jug

Sapere aude! – Leben als Lebenskunst

Eines tut Noth. – Seinem Charakter „Stil geben“ – eines grosse und seltene Kunst! Sie übt Der, welcher Alles übersieht, was seine Natur an Kräften und Schwächen bietet, und es dann einem künstlerischen Plane einfügt, bis ein Jedes als Kunst und Vernunft erscheint und auch als Schwäche noch das Auge entzückt. […]

Denn Eins ist Noth – dass der Mensch seine Zufriedenheit mit sich erreiche – sei es nun durch diese oder jene Dichtung und Kunst: nur dann erst ist der Mensch überhaupt erträglich anzusehen! (Friedrich Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft 290)

Das „Leben meistern“ ist das menschliche Thema schlechthin. Aber was ist das schöne, das gute, das gelingende Leben?

Villa Emiliana

Delphi, Griechenland

Und gibt es so etwas wie eine erlernbare Lebenskunst? Eine die von modischen Ansichten unabhängig offen und klar darlegt, worauf es ankommt?

Spaß-Kultur und Lifestyle-Attribute mögen die unerträgliche Leichtigkeit des Seins für manche erträglicher machen, Lebenskunst sind sie jedoch nicht.

Lebenskunst ist eine Frucht der Philosophie. Am Anfang steht die Mahnung über dem Schatzhaus der Athener in Delphi:

Gnothi s’auton, Erkenne dich selbst! und Platon formuliert es, Sokrates in den Mund gelegt, als die Frage aller Fragen:

Wer bist du, und was machst du aus deinem Leben?

In römischer Tradition erinnert der Begriff der humanitas an diese Frage, die wir nicht von uns weisen können, solange wir leben und die uns vor der Gefahr schützt in äußeren, sachlichen Verhältnissen ganz aufzugehen.

Humanität als Wissen um die Schwächen des Menschen und als Wissen um die Möglichkeit diese zu überwinden.

Es lohnt, das eigene Leben vor der Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit der Zeit zu retten und sich eine philosophisch fundierte Form der Lebensführung zu erarbeiten.

So verschieden die Wege zum Glück sein mögen – grundlegend bleibt die Einsicht in das, was wichtig ist, und dass es entscheidend auf das Handeln ankommt. Quintus Horatius Flaccus hat es unsterbilch formuliert: Sapere aude, Incipe.

Quintus Horatius Flaccus

Das Ziel aller Bildung: Der Mensch in seiner bestmöglichen Gestalt, vollendete Menschlichkeit.

Den Griechen kommt es zu, diesen Gedanken als erste ausgesprochen zu haben, die Römer gaben ihm den Namen, der in der kultivierten Welt nie mehr unterging: humanitas – kostbarstes Vermächtnis des Römertums, überall dort, wo weltweit gedacht wurde und wird.

Cicero sah die humanitas in der harmonischen und ästhetischen Entfaltung der den Menschen auszeichnenden Gaben der Vernunft und des Gemütes, gepaart mit Milde und Weitherzigkeit, Harmonie der Persönlichkeit.

Alle geistigen Kräfte des Menschen sind gefordert im Kampf gegen Gedankenlosigkeit und faule Unentschlossenheit. Es geht um das ehrliche Ringen mit sich selbst, die Verbesserung eigener Fehler und Schwächen, die Verbindung von Mensch zu Mensch, das glückliche Leben. Und diesem redet Horaz mit seinem weitgerichteten, restlos kaum übersetzbaren Anruf das Wort: sapere aude – Wage es, weise zu sein!
Horaz‘ eigenes Leben verlief wechselhaft: Sohn eines Freigelassenen, Studium in Rom und Athen, Militärtribun im Heer der Cäsarmörder, Teilnahme an der Schlacht bei Philippi (42), Verlust des Vermögens.

Auf sein nun beginnendes literarisches Werk wurde Vergil aufmerksam. Aufnahme in den Kreis um Maecenas, das Landgut Sabinum als Geschenk. Kaiser Augustus umwarb Horaz, respektierte jedoch taktvoll den Wunsch, sein Leben abseits von der Unrast Roms frei und unabhängig zu leben. Trotzdem war Horaz kein Sonderling. Er pries die Freundschaft und hielt sie, liebte guten Wein und Geselligkeit und natürlich auch die Frauen.

Seine philosophischen Wurzeln hatte Horaz in allen Richtungen. Von der Stoa wie von Epikur beeinflußt sind seine Schriften frei von Doktrinen und Schulmeinungen. Er holte sich von allen Seiten das Beste und entfaltete voller Ironie und Humor einen urbanen, überlegenen Diskurs, immer treu seinem Prinzip der aurea mediocritas, der „Goldenen Mitte“. Weniger interessiert an der aktuellen Politik seiner Zeit ist seine Dichtung von allgemein menschlichem Interesse. Nachfragen, das Selbstverständliche kritisch betrachten, Leben in Freiheit und Verantwortung.

So wird sein Leitsatz sapere aude bei Immanuel Kant zum Programm der Aufklärung: Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. „Wage es, weise zu sein!“, besagt in unübertrefflicher Kürze, daß man sapiens, klug und weise, nur durch eigenes Handeln werden kann.

Und wie bei jedem anderen schweren Werk kommt es entscheidend auf den ersten Schritt an. Incipe – Wage den Anfang!

nam cur

quae laedunt oculum, festinas demere: siquid

est animum, differs curandi tempus in annum?

dimidium facti qui coepit habet: sapere aude,

incipe. vivendi qui recte prorogat horam,

rusticus exspectat, dum defluat amnis; at ille

labetur in omne volubilis aevum.

Horaz, epist. 1,2

Übersetzung

Wenn etwas dir ins Auge geraten ist, dann beeilst du dich, es zu entfernen. Wenn etwas deine Seele verletzt, warum schiebst du die Kur bis über das Jahr hinaus? Wer begonnen hat, hat schon das halbe Werk. Darum: Wage es, weise zu sein! Wage den Anfang! Wer die Stunde für das richtige Leben aufschiebt, der macht es wie ein Bauer, der wartet, bis der Strom abfließt; der aber fließt und fließt und wird in alle Ewigkeit fließen.

Übersetzung: Stefan Klotz

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